Drei Jahre Krieg im Sudan: Die dritte Sudankonferenz hat in Berlin stattgefunden

Anlässlich des dritten Jahrestages des Kriegs im Sudan kam die internationale Gemeinschaft am 15. April zur dritten Sudankonferenz zusammen.

Anlässlich des dritten Jahrestages des Kriegs im Sudan hat die Bundesregierung, gemeinsam mit Frankreich, Großbritannien, den USA, der Afrikanischen Union (AU) und der Europäischen Union (EU) zur dritten internationalen Sudankonferenz eingeladen. Am 15. April 2026 kamen die Außenminister*innen der Länder und Vertreter*innen der Vereinten Nationen, humanitärer Organisationen und der sudanesischen Zivilgesellschaft in Berlin zusammen. Neben den Forderungen nach einem sofortigen Waffenstillstand im Sudan wurden humanitäre finanzielle Zusagen in Höhe von über 1,5 Milliarden Euro gemacht.

Hintergründe

Vor drei Jahren, am 15. April 2023, brachen bewaffnete Kämpfe zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) aus. Beide Parteien missachten seither internationales humanitäres Recht und begehen massive Menschenrechtsverletzungen an der Zivilbevölkerung. Schätzungen zufolge sind bereits 150.000 Menschen getötet worden, zwischen 12 und 14 Millionen Sudanes*innen sind auf der Flucht und mehr als 19 Millionen Menschen von Hunger bedroht. Etwa drei Viertel der Gesamtbevölkerung sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Das Gesundheitssystem ist vielerorts zusammengebrochen. Gleichzeitig wird zunehmend geschlechtsspezifische Gewalt als gezielt eingesetzte Kriegswaffe dokumentiert, insbesondere gegen Frauen und Mädchen. Eine UN-Untersuchungskommission kam im Februar zudem zu dem Schluss, dass die Einnahme von Al-Fashir in Nord-Dafur durch die RSF-Miliz wesentliche Merkmale eines Völkermords an nicht-arabischen Bevölkerungsgruppen aufwies.

Die Aussicht auf eine Waffenruhe zwischen den Konfliktparteien ist nach wie vor gering. Internationale Vermittlungsversuche, darunter von den USA in Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren wie Ägypten und Saudi-Arabien sowie unter Einbeziehung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), blieben bislang ohne Erfolg. Gleichzeitig werfen UN-Expert*innen den VAE vor, die RSF über Sudans Nachbarländer zu unterstützen, was von den VAE bestritten wird.

Sudankonferenz in Berlin

Vor diesem Hintergrund kamen am 15. April 2026 in Berlin internationale Vertreter*innen aus 54 Staaten und 61 Delegationen zur dritten Sudankonferenz zusammen. Die Konferenz diente vor allem dazu, zusätzliche finanzielle Hilfen für die humanitäre Lage im Sudan zu mobilisieren. Insgesamt sagten Staaten und internationale Organisationen mehr als 1,5 Milliarden Euro zu. Der deutsche Beitrag beläuft sich auf 232 Millionen Euro, davon 20 Millionen Euro aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Gleichzeitig zeigt sich jedoch ein weiterhin rückläufiger Trend bei der internationalen Unterstützung. Während 2024 in London bei der ersten Sudankonferenz noch insgesamt 2,07 Milliarden Euro für den Sudan bereitgestellt wurden, waren es 2025 in Paris rund 1,77 Milliarden Euro. Als Gründe gelten unter anderem der Rückzug der USA unter Präsident Donald Trump aus der internationalen humanitären Hilfe, einschließlich der Kürzungen bei USAID, sowie eine stärkere Fokussierung vieler Staaten auf andere Krisen, insbesondere die Kriege in der Ukraine und im Iran.

Expert*innen zufolge decken die bisher zugesagten Mittel nur etwa 40 Prozent des tatsächlichen Bedarfs im Sudan. Entsprechend blieb die Konferenz trotz hoher Zusagen vor allem ein Zeichen politischer Unterstützung, ohne die grundlegenden Finanzierungsprobleme zu lösen.

Waffenlieferungen und internationale Verflechtungen

Parallel zur humanitären Dimension rückte auch die militärische Eskalation des Konflikts in den Fokus. Volker Türk, Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, betonte, dass der Sudan selbst keine Waffen produziere, im Krieg jedoch modernste Waffensysteme eingesetzt würden. Insbesondere Drohnenangriffe hätten mittlerweile Bodenkämpfe als zentrale Kampfstrategie abgelöst. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden allein in diesem Jahr schon mindestens 700 Zivilist*innen durch solche Angriffe getötet.

Angesichts der internationalen Verflechtungen im Sudankrieg unterstützte Außenminister Johann Wadephul die Forderung von Türk nach einem umfassenden Waffenembargo. Dieses sei zwar beschlossen, entscheidend bleibe jedoch die Umsetzung, so Wadephul.

UN-Generalsekretär António Guterres warnte in einer Videobotschaft zudem vor den regionalen Folgen des Konflikts. Die Auswirkungen beschränkten sich nicht ausschließlich auf den Sudan, sondern destabilisierten zunehmend die gesamte Region.

Quellen

DW: Sudan-Konferenz: Der grausame, vergessene Konflikt (April 2026)

Stiftung Wissenschaft und Politik: Internationale Sudankonferenz in Berlin: Zeit für einen Perspektivwechsel (April 2026)

Die Zeit: Internationale Gemeinschaft sagt Sudan mehr als eine Milliarde Euro zu (November 2025)

tagesschau: Geberkonferenz in BerlinMehr als 1,5 Milliarden Euro für den Sudan (April 2026)

Verfasst am 21. April 2026

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